Der Begriff „Mission“ ist für manche Menschen negativ besetzt: Bei ihnen kommen sofort Assoziationen von weißen Missionaren auf, die indigenen Völkern das Christentum aufzwingen oder mit dem Schwert auf einen Kreuzzug ziehen. Wie gut, dass sich das Missionsverständnis in den letzten Jahrzehnten stark gewandelt hat!
Wir sehen Mission heute mit anderen Augen und definieren sie neu: „Wir erzählen von dem Guten, das wir selbst erfahren haben, und teilen es mit anderen. Zusammen mit ihnen begeben wir uns auf den Weg des Glaubens und entdecken Gottes Botschaft für uns.“ Wir sind uns dabei bewusst, dass Mission immer die Mission Gottes ist, die sogenannte „Missio Dei“, die wir nicht „machen“ können, sondern an der wir lediglich teilhaben. Sprich: Menschen können andere Menschen nicht zu Christus führen – das vermag allein Gott. Unser Part ist es, sie auf diesem Weg zu begleiten.
Dieses Missionsverständnis hat nichts mit „Überstülpen“ oder Zwang zu tun, sondern erkennt an, dass wir alle unterwegs sind, voneinander lernen und so die Botschaft von der Liebe Gottes immer tiefer begreifen und erfahren.[1]Dabei gibt es Menschen, die einen Wissens- oder Erfahrungsvorsprung haben und diesen großzügig mit anderen teilen – aber offen bleiben für das Wirken des Heiligen Geistes, der immer wieder neue Einsichten im Glauben schenkt – oft auch durch die, die erste Schritte mit Gott gehen und ihre Fragen und Einsichten einbringen.
[1] Wer mehr über dieses Missionsverständnis wissen will, dem sei der Artikel: „Ladet in eure Lerngemeinschaft ein. Was wirklich im „Missionsbefehl“ steckt“ empfohlen. Claudia Währisch-Oblau (Hg.), Mission – geht’s noch? (2024) Neukirchen-Vluyn