Wenn man ein Gesprächsangebot anfängt, steht dahinter vielfach die Hoffnung, dass man die Menschen, die jetzt kommen – vor allem die, die zum ersten Mal da sind – für die Gemeinde „gewinnen“ kann. Mit dem Ideal: Schon nach wenigen Wochen werden sie zum Gottesdienst kommen oder sich in irgendeiner Weise ehrenamtlich engagieren. Das geschieht auch. Immer wieder werden Menschen nach solchen Angeboten in der Gemeinde heimisch, und das ist schön und ein Grund, dankbar zu sein!
Aber es sollte nicht die alleinige Motivation für das Angebot sein. Denn die Bedürfnisse von Menschen sind sehr unterschiedlich. Nicht alle suchen Anschluss, nicht alle lieben den Gottesdienst so wie wir. Wie wäre es stattdessen mit diesem Bild: Der Glaubenskurs oder das Gesprächsangebot sind an sich schon „ganz Gemeinde“. In ihnen findet genau das statt, was Gemeinde ausmacht:
- Alle sind gemeinsam auf dem Weg des Glaubens unterwegs.
- In der Gemeinschaft und im Gespräch versuchen wir zu verstehen, was Gottes Botschaft an uns ist.
- Wir teilen das, was wir haben: unsere Erfahrungen und Gedanken, unseren Glauben und vielleicht auch Brot und Wein.
Wenn wir das anerkennen, ist kein Druck mehr da, Mitarbeitende zu gewinnen oder neue Gottesdienstbesucher:innen zu rekrutieren. Stattdessen können wir die Zeit, die wir als Gemeinde zusammen haben, genießen.